Anja: Lebenserfahrung macht gelassen und konsequent

Anja: Lebenserfahrung macht gelassen und konsequent

Anja, 44 Jahre, Sozialpädagogin, zwei Mädchen, knapp 4 Jahre und 1 Jahr.

Wie alt warst du, als du zum ersten Mal gedacht hast: „Ein Kind zu haben wäre schön.“

Es war Herbst 2012, ca. 1 Jahr nachdem ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt habe.

Aus welchen Gründen hat sich bei dir die Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 ergeben? War es eine bewusste Entscheidung?

In meiner ersten Partnerschaft/Ehe hat sich die Familiengründung nicht ergeben. Wir waren eher damit beschäftigt in unseren Berufen anzukommen, viel zu reisen und nebenbei eine finanzielle Basis aufzubauen. Bis ich festgestellt habe, dass er nicht der Man meines Lebens ist. Wir haben uns dann getrennt.

Wie hat dein Umfeld auf die Schwangerschaft / Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 reagiert?

Meine Familie und meine Freunde haben sich gefreut, dass auch ich mich endlich für eine Familie entschieden habe. Das Alter war bei uns nie ein Thema. Sie waren eher skeptisch, weil  ich damals meinen Freund erst so kurz kannte. Wir haben noch nicht mal zusammen gelebt, als ich geplant schwanger wurde.

Fühlst du dich altersmäßig als Außenseiterin oder in bester Gesellschaft?

Eher in bester Gesellschaft. Erstaunlicher Weise habe ich während meiner ersten Schwangerschaft und später im ersten Jahr nach der Geburt beider Töchter viele Frauen kennen gelernt, die ihr  erstes Kind eher Mitte /  Ende 30 bekommen haben. Mit Anfang 40 fühlt man sich nicht mehr so viel älter.

Hast du das Gefühl, dass du die Erziehung deines Kindes und deinen  beruflichen Alltag  anders angehst, als beispielsweise eine 20- oder 30-jährige Frau? Wenn ja, warum?

Zum beruflichen Alltag kann ich noch nicht viel sagen. Ich werde erst in Oktober wieder anfangen zu arbeiten. Ich denke schon, dass ich meine Kinder durch meine Lebenserfahrung  anders als jüngere Mütter erziehe. Viele sagen, dass ich mit ihnen entspannt, gelassen aber trotzdem konsequent umgehe. (Das stimmt zwar nicht immer, aber meistens. Unsere Kinder haben unser Leben bereichert und vollständig gemacht, wenn ich auch für meinen Mann sprechen darf. Ich habe keine Angst etwas verpasst zu haben, da ich vor den Kindern viel erlebt, gesehen und durchgemacht habe. Ich habe mein Leben, bis sie gekommen sind, sehr ausgekostet. Ich kann mich nun bewusst in den Hintergrund stellen und mein Leben für sie einrichten.Was spricht aus deiner Sicht für eine Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

Aus meiner Sicht die bewusste Entscheidung für eine Familie, sowie die Lebenserfahrung.

Was sind aus deiner Sicht die Nachteile einer Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

Die Gefahr einer Risikoschwangerschaft. Im höheren Alter steigt natürlich das Risiko einer ernsthaften Erkrankung. Ich denke, dass in der Pubertät der Altersunterschied doch eine große Rolle spielen wird. Ich werde vielleicht  unsere Enkelkinder nicht mehr kennen lernen.

Hattest du eine entspannte Schwangerschaft? Hat dich der Begriff „Risikoschwangerschaft“ beunruhigt?

So lange nicht alle nötigen Untersuchungen abgeschlossen waren um festzustellen, dass sich das werdende Kind gesund entwickelt, war ich natürlich sehr beunruhigt. Beide Schwangerschaften waren danach entspannt.

Machst du dir Gedanken über die Zukunft, was das  Altersverhältnis zwischen dir und deinem Kind / deinen Kindern betrifft?

Ja schon. Aber ich hoffe, dass meine Gelassenheit noch lange andauern wird. Ich mache das Beste daraus.

Das möchte ich allen Ü40-Mamas gerne sagen:

Genießt die Zeit mit euren Kindern, freut Euch, dass sie da sind. Und entscheidet Euch für ein zweites, wenn noch kein zweites gibt. Euer Leben wird viel anstrengender aber es lohnt sich.



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