Barbara: Mama mit 40 – ich habe es nie bereut

Barbara: Mama mit 40 – ich habe es nie bereut

Barbara E., 50 Jahre, Mediendokumentarin, zwei Töchter, 6 und 10 Jahre.

Wie alt warst du, als du zum ersten Mal gedacht hast: „Ein Kind zu haben wäre schön.

Ich war circa 38 Jahre.

Aus welchen Gründen hat sich bei dir die Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 ergeben? War es eine bewusste Entscheidung?

Die späte Mutterschaft hat sich aus meinem Lebensweg ergeben. Die vorher langjährige Krebserkrankung meiner Mutter hat mein Leben sehr beeinflusst. Nach ihrem Tod war ich psychisch sehr angeschlagen.

Wie hat dein Umfeld auf die Schwangerschaft / Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 reagiert?

Mein Umfeld hat sehr entspannt reagiert.

Fühlst du dich altersmäßig als Außenseiterin oder in bester Gesellschaft?

Beim ersten Kind war diesbezüglich noch alles ok, beim zweiten Kind dann schon schwieriger. Aber ich hatte ja vorher Kontakte aufgebaut. Das Wohnumfeld ist wichtig. In meiner Nachbarschaft waren alle Mütter über 30.

Hast du das Gefühl, dass du die Erziehung deines Kindes und deinen beruflichen Alltag anders angehst, als beispielsweise eine 20- oder 30-jährige Frau? Wenn ja, warum?

Aus meiner Sicht ist es hierbei wichtig zu unterscheiden, ob es sich um das erste Kind oder Geschwisterkind handelt. Aber ja, ich bin ängstlicher, z.B. früher auf dem Spielplatz. Das liegt sicherlich daran, dass man schon mehr schlimme Erfahrungen gemacht hat. Andererseits könnte das auch eine Typfrage sein. Ich denke, es gibt weniger Leichtigkeit als bei jungen Eltern. Ich weiß aber auch, dass die Elternschaft nicht selbstverständlich ist, bin sehr dankbar und möchte sie intensiv erleben.

Was spricht aus deiner Sicht für eine Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man von den Kinder eingeengt wird oder dass man im Alltag viel verpasst. Man hat ja vorher schon viel erlebt: Urlaube, Partys und eine lange Berufserfahrung. Deshalb ist man finanziell besser aufgestellt. Man hat mehr finanziellen Spielraum und Lebenserfahrung. Man kennt auch eine Welt ohne Kinder 🙂

Was sind aus deiner Sicht die Nachteile einer Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

Vielleicht, dass man sich mehr Sorgen um die Zukunft der Kinder macht. Eine neue berufliche Orientierung wird in diesem Alter schwieriger. Die Sorge um die eigene Gesundhei wächst mit Blick auf die Kinder. Das Altersumfeld der Mutter muss ungefähr passen. Auf dem Land ist das vermutlich schwieriger. Bei einer Risikoschwangerschaft kommt Angst dazu oder es klappt überhaupt nicht mehr mit dem Kinder bekommen.

Hattest du eine entspannte Schwangerschaft? Hat dich der Begriff „Risikoschwangerschaft“ beunruhigt?

Meine erste Schwangerschaft war entspannt weil sie sehr spontan war, die zweite überhaupt nicht mehr wegen vorangegangener Fehlgeburten. Der Begriff „Risikoschwangerschaft“ hat mich bei der ersten Schwangerschaft nicht beunruhigt.

Machst du dir Gedanken über die Zukunft, was das Altersverhältnis zwischen dir und deinem Kind / deinen Kindern betrifft?

Ja, man muss durchhalten und gesund bleiben.

Das möchte ich allen Ü40-Mamas gerne sagen:

Ich habe es (bisher) nie bereut, würde es aber anderen nicht raten, so spät zu planen, denn die Planung kann schief gehen, so dass man doch kinderlos bleibt. Wenn man kein Glück hat, sollte man besser mit Mitte 30 das Thema Kinderwunsch angehen, wenn die Umstände passen.



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