Natalie: Für meine Kinder bin ich Mama. Egal wie alt ich bin.

Natalie: Für meine Kinder bin ich Mama. Egal wie alt ich bin.

Natalie, 40, Sozialpädagogin, zwei Kinder: Theo (3) und Ella (1).

Wie alt warst du, als du zum ersten Mal gedacht hast: „Ein Kind zu haben wäre schön.“

Der Gedanke kam recht spät. So mit 33 schlich er sich langsam ein. Mit 35 wurde er akut.

Aus welchen Gründen hat sich bei dir die Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 ergeben? War es eine bewusste Entscheidung?

Ich habe recht spät mein Studium beendet, ich war Ende 20. Dann habe ich erst meinen heutigen Mann kennengelernt – dann haben wir die „double income no kids“ – Zeit sehr genossen.  Nach 2 Fehlgeburten mit 34 und 35 Jahren dachte ich „Oh. Jetzt wird es aber langsam Zeit“. Angst mischte sich bei.

Wie hat dein Umfeld auf die Schwangerschaft / Mutterschaft mit Ende 30 /Anfang 40 reagiert?

Freudig. Der Arbeitgeber jedoch tat überrascht. Ich sei „aus dem Alter doch raus“.

Fühlst du dich altersmäßig als Außenseiterin oder in bester Gesellschaft?

Ich fühle mich tatsächlich in bester Gesellschaft. Meine Mama-Freundinnen sind etwa gleich alt. Ich kann tatsächlich mit den Ende 20/Anfang 30 Mamas wenig anfangen.

Hast du das Gefühl, dass du die Erziehung deines Kindes und deinen  beruflichen Alltag  anders angehst, als beispielsweise eine 20- oder 30-jährige Frau? Wenn ja, warum.

In jedem Fall. Ich bin der Meinung ich bin ruhiger und entspannter, weil erfahrener. Ich habe SEHR viel gefeiert vor den Kindern. Das hat gut getan und fehlt mir aber nicht…ich kann gut daheim bleiben, früh ins Bett gehen. Das wiederum muss ich auch weil ich dann doch nicht mehr die Energie einer 25jährigen habe. 🙂 Es hat zwei Seiten: Ruhe und reflektierte Lebenserfahrung und gesichertere Jobstrukturen treffen auf mehr Erschöpfung, höheres Ruhebedürfnis und weniger Nerven 🙂

Was spricht aus deiner Sicht für eine Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

In den 20ern hat man noch andere Entwicklungsaufgaben. Man wird gerade erwachsen, wächst in die Berufswelt hinein und schafft erste Voraussetzungen, um später ein Nest bauen zu können. Die 20er und Anfang 30er sind zum frei sein da, zum Ausprobieren, zum sich entwickeln, zum sich selbst kennenlernen.

Was sind aus deiner Sicht die Nachteile einer Mutterschaft mit Ende 30 / Anfang 40?

Ich sehe vorerst keine – wäre da nicht die Biologie. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass späte Schwangerschaften auch Risiken mit sich bringen, natürlicher Art.

Hattest du eine entspannte Schwangerschaft? Hat dich der Begriff „Risikoschwangerschaft“ beunruhigt?

Meine Schwangerschaften waren beide glücklich und ruhig, wenn man von immenser Übelkeit absieht. Jedoch war teils auch die Angst vor erneuten Fehlgeburten oder einer Beeinträchtigung des Kindes sehr present. Dies schreibe ich aber auch den Ärzten zu, die mit der Angst der werdenden Mütter Profit machen. Test über Tests. Das war beunruhigend.

Machst du dir Gedanken über die Zukunft, was das Altersverhältnis zwischen dir und deinem Kind / deinen Kindern betrifft?

Über den Abstand nicht. Für meine Kinder bin ich Mama. Egal wie alt ich bin. Alt ist man ja in erster Linie im Kopf. Dennoch denke ich jedoch, ob ich denn noch meine Enkelkinder mitbekommen werde, wenn meine Kinder ebenso spät Eltern werden wie wir.

Das möchte ich allen Ü40-Mamas gerne sagen:

Es ist toll, späte Mama zu sein. Es ist bewußt. Es ist ein neuer Abschnitt. Und meine neuen „alten“ Mama-Freundinnen sind toll.

 



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